Wie immer war die Gesellschaft Reserve dabei, so auch indirekt bei den nun folgenden, wahren Begebenheiten: Maike´s und Frank´s Verlobung in Rom
Die Reserve hatte im Oktober 2005 zu einer Nachbetrachtung der Kaleika in die Schumacher Brauerei auf der Oststrasse eingeladen. Es wurde ein denkwürdiger Abend mit Folgen.
Nach Ende der gelungenen Veranstaltung unterhielt ich mich mit meinem besten Freund Frank über seine Zukunftspläne, zumindest was seine große Liebe, unsere allseits bekannte Maike Schmidt angeht.
Verlobung und Heirat sei sein Ziel erklärte er mir, er wisse nur nicht in welchem Rahmen er es Maike auf schonende Art und Weise beibringen solle.
Wir diskutierten, debattierten eine Reihe von Möglichkeiten, ganz banal bei einem Abendessen, romantisch bei einem Gala-Dinner, beiläufig die Frage beim Fernsehabend stellen oder doch etwas Besonderes unternehmen.
So gegen 07.00h morgens, die Zeit war wie nix vergangen, (der erste Anruf von Maike, wo Frank denn nun stecke, Antwort, wir steigen gerade ins Taxi, unterwegs noch ein Anruf, Birgit, Peter wo bist Du? Auf dem Weg mein Schatz.) war es dann beschlossene Sache:
Ich frage Maike auf dem heiligsten Platz dieser Erde, auf dem Petersplatz in Rom.
Gesagt, getan, aber wie verkauft Frank seiner Maike diesen Wochenendtrip?
Ganz einfach, wir schenken unseren Frauen diese Bildungstour zu Weihnachten.
Alles Klar!
Am 25. Mai 2006 startete der Flieger pünktlich um 09.45h vom Düsseldorf-AP nach Rom-Fiumicino-AP.
Im gebuchten Hotel Accademia angekommen, die erste Hiobsbotschaft: „Leider sind wir für diese Nacht überbucht, aber wir haben Ihnen ein anderes Hotel reserviert“.
In Frankies Gesicht konnte ich lesen und drücke es nicht so aus, wie es in seinem Gesicht geschrieben stand, sondern ein wenig salonfähiger: „ Ja, prima, fängt ja gut an, fehlt mir nur noch ´ne Absage von Maike, dann ist der Fisch hier gegessen und ich lege unserem Benedito eine Bombe unter´s Laken!“
Wir bezogen unser Ausweichquartier für eine Nacht, zugegebenermaßen nicht ganz so schlecht, doch die Anreise mit dem Taxi dorthin dauerte fast genauso lang wie unser Flug und die Gegend, na ja, nicht gerade Vertrauen erweckend. Aber was soll´s.
Wir nahmen uns vor, schon mal den Petersplatz zu besuchen, so bei Sonnenuntergang, soll ja romantisch sein und danach lecker etwas essen gehen.
Also steckte ich mir den verwalteten Verlobungsring in die Jacke, um ihn sofort zur Hand zu haben, wenn die berühmte Frage gestellt wird. Am Wohnsitz des Heiligen Vaters angekommen, fand mein Frank keine passende Gelegenheit, wie er später sagte, doch ich erkannte, sein Hunger nach etwas Essbarem war wesentlich höher, als sein Bedürfnis, Maike heute noch zu fragen. Also gingen wir zum Abendessen, aber der Ring hatte den Petersplatz zumindest schon mal gesehen, auch wenn er in der Tasche verblieb.
Danach allseits vorherrschende Müdigkeit und ab ins Hotel und an der Matratze horchen, morgen ist ja auch noch ein Tag.
Freitag in den Morgenstunden Umzug in unser Angestammtes Hotel Accademia.
Auch ein sehr nettes Hotel, gleich um die Ecke der Trevibrunnen und die Altstadt.
Stadtbesichtigung war an diesem Tag zu Fuß angesagt. Aber heute soll es geschehen, heute frage ich meine Maike.
Abends am „Italienischen Altar“ angekommen, (den muss man nun wirklich bei Dunkelheit gesehen haben, sonst war man nicht in Rom) relativ früh „Essen fassen“, wir haben ja schließlich noch etwas vor. Der Verlobungsring erfreute sich wieder mal daran, durch die romantischen Gassen und die belebten Strassen getragen zu werden. In einem sehr netten Restaurant aßen wir zu Abend.
Heimlich steckte Frank mir dann, weil Maike ganz, ganz müde Augen hatte nach ein paar leckeren Weinchen, er wolle sie am Trevibrunnen fragen, das sei doch auch ein romantisches Plätzchen. Klar doch, liegt ja auch auf dem Heimweg zum Hotel.
Leider mussten wir feststellen, dass so ca. 120.000 Leute die gleiche Idee wie Frank hatten,
nicht, dass sie eine Frage zu stellen hätten, nein, nur die Schnapsidee mit dem romantischen Plätzchen. Selbst der Ring in meiner Tasche hatte ein Einsehen, dass er nicht unbedingt unter 483 Straßenverkäufern und den restlichen 119.517 Menschen sein Verlies verlassen könne, um an Maike´s Finger gesteckt zu werden.
Trotzdem, ein schöner Abend.
Samstag war eine Stadtrundfahrt per Bus angesagt, aber vorher noch schnell ins Hard Rock Cafe, schon mal etwas spachteln, denn laut Frank, bringt er diese Frage mit leerem Magen nicht über seine Lippen und es ist immerhin die letzte Gelegenheit heute Abend. Der Ring genoss die Rundfahrt (heimlich holte ich ihn manchmal aus der Tasche, damit er sich bei der Wärme nicht verformen konnte) und den Tag, genau wie wir Vier auch. Da ja unser letzter Tag in Rom schon halb verstrichen war und wir den Petersplatz und auch den Dom aber noch einmal besuchen wollten, machten wir uns also am späten Nachmittag auf den Weg. Nach Begehung des Domes, dem Aufstieg in die Kuppel (der Verlobungsring bedankte sich artig bei mir für die herrliche Aussicht von der Plattform) und den Abstieg in die Katakomben, ein Zeichen von Frank!
Ringübergabe! Fotoapparat raus!

Frank und Maike zog es zu einem Brunnen auf dem Platze vor Beneditos Palast.mmBirgit und ich folgten den Beiden, aber immer in gebührlichem Abstand.

Auf einmal Umarmung, Kuss, wieder Umarmung, wieder Kuss und fröhliche, wenn nicht erleichterte Gesichter waren ebenso zu erkennen, wie der Ring, der in der Sonne an Maike´s Hand strahlte. Es war vollbracht und Franks Befürchtung einer Absage zunichte gemacht.
Wie es sich für solch einen Anlass gehört, holte Birgit die mitgeführte Flasche Schampus und die Gläser aus ihrer Tasche, Gratulation war angesagt, aber auch Erleichterung (nicht nur wegen der Schwere des Ringes) machte sich breit.
Wir haben ein neues Traumpaar in Düsseldorf!!!
Der Abend wurde recht feucht und fröhlich, auch ein wenig länger als die anderen, aber das war ja auch verständlich.

Das Glück der beiden frisch Verlobten wurde am nächsten Tag am Trevibrunnen (wie romantisch!) dadurch besiegelt, dass eine Taube es sich nicht nehmen ließ und Maike´s Haupt unter den nunmehr höchstens 8.000 dort anwesenden Menschen als Ziel für eine „Entladung“ auszusuchen.
So begann, im Zeitraffer geschildert, der gemeinsame, rechtlich verpflichtende Weg von Maike und Frank.
Möge er in einer wunderschönen, unvergesslichen Hochzeit seine Fortsetzung finden.
Birgit und ich wünschen dazu alles erdenklich Liebe und Gute.